St. Galler Kantonalschützenfest 2009

Toggenburg – immer ein Treffer

Vom 19. Juni bis 5. Juli 2009 wird sich das Toggenburg in eine Festhütte verwandeln. Während sich die Turner Richtung „Wil – mis Ziil“ bewegen, zielen die Schützen an ihrem Kantonalen mit Gewehr und Pistole auf „Toggenburg – immer ein Treffer“ hin.

Reinhard Kobelt (Ennetbühl) hat es als OK-Präsident des Kantonalschützenfestes 2009 im Vergleich zu den Turnern nicht einfach. Die Leichtathleten, Geräteakrobaten und Aerobicer treffen sich am 20./21. sowie 26. bis 28. Juni in einem Festzentrum und erleichtern damit die Organisation wesentlich. Die zwischen 6000 und 7000 erwarteten Gewehr- und Pistolen-Artisten müssen dagegen an den drei verlängerten Wochenenden (15.-21.6./26.-28.6./2.-5.7.) auf die einzelnen Schiessstände im obersten und untersten Toggenburg verteilt werden. Zum Zentrum ist die Markthalle Wattwil bestimmt worden.

Wo wann womit wie lange geschossen wird, soll nach Auskunft von Roland Graf (Kirchberg) bis Ende 2007 vertraglich geregelt sein. „Es geht darum, dass der Schiessbetrieb gleichmässig auf die Regionen verteilt wird. Die Rückmeldungen der einzelnen Vereine zeigen, dass dies möglich sein müsste, so dass die Bevölkerung nicht übermässig belastet sein wird. Es sind rund 20 Schiessplätze von Wildhaus bis Dietschwil“, sagt der Chef des Schiesskomitees. An der Schweizermeisterschaft in Thun deutete er mit dem vierten Rang zuletzt an, dass er 2009 an seinem Fest möglicherweise frühzeitig am Gabentisch auftauchen könnte.

Grosse Konkurrenz
Im Vergleich zum letzten Kantonalen im Rheintal stehen den vereinigten Toggenburger Schützinnen und Schützen mehr Scheiben zur Verfügung. „Wir sind überzeugt“, ergänzt Roland Graf, „den Ansturm ohne Engpässe bewältigen zu können, weil wir über genügend Reservescheiben verfügen.“ Schwierig abzuschätzen ist derzeit, in welchem Umfang sich die Teilnahme tatsächlich sein wird, weil 2009 noch sechs weitere Kantonale stattfinden werden.

Für den OK-Präsidenten geht es wegen der starken ausserkantonalen Konkurrenz nicht zuletzt darum, das an die Bezirke Obertoggenburg (Präsident: Walter Lusti, Nesslau), Neutoggenburg (Oliver Blatter, Lichtensteig) und Alttoggenburg (seit 2007 Peter Brägger, Wil; vorher Peter Senn, Bütschwil) vergebene Kantonale so zu positionieren, dass die eidgenössischen Breiten- und Spitzensportler aus allen Landesteilen überzeugt sind, das Toggenburg mit dem sieben Churfirsten sei unabhängig der Resultate auf jeden Fall ein Treffer und eine Reise wert. Die Zusammenarbeit mit Toggenburg Tourismus soll die Aktivitäten unterstützen und fördern.

Sponsorensuche
Die Turner haben ihre Hauptsponsoren für ihr Kantonales inzwischen unter Dach und Fach. Nach den positiven Reaktionen in der Bevölkerung und den Medien auf das Eidgenössische in Frauenfeld sind die Nullen hinter der ersten Ziffer angewachsen. „Das riesige Interesse der Firmen, sich der Turnerschar präsentieren zu können, hat uns überrascht“, freut sich Imelda Stadler (Ganterschwil) als Präsidentin des kantonalen Turnverbandes (SGTV). Davon können Reinhard Kobelt und Sponsoring/Marketingchef Dölf Fäh (Brunnadern) höchsten träumen. Die Dezentralisierung der Sportstätten kann einerseits für potenzionelle Interessenten ein Vorteil (grösseres Einzugsgebiet) sein, andererseits fehlt dadurch die Konzentration der Teilnehmer- und Zuschauermassen. Zudem wurde Schiessen zuletzt in den Medien nicht nur als Sympathie- und Boom-Sport betitelt.

Reinhard Kobelt legt als Hobby-Schütze deshalb Wert auf die Feststellung, beim Kantonalen handle es sich um einen traditionellen, in der Bevölkerung verankerten Anlass, bei dem es um sportliche Leistungen und die Pflege der Kameradschaft gehe. „Dölf Fäh und ich kontaktieren nun in einem nächsten Schritt mögliche Hauptsponsoren für einen Anlass, der insgesamt zehn Tage dauert und verschiedene Spezialwettkämpfe umfasst. Geplant sind neben dem Armeetag ein Jugend-Wochenende mit olympischen Disziplinen oder Spezialstiche. Wir haben einiges anzubieten“, ergänzt Reinhard Kobelt.

Er hat sich mit den Turnern, bei denen es einige gibt, die auch am Schützenfest teilnehmen werden, kurz geschlossen, um sich nicht unnötig gegenseitig zu konkurrenzieren. So sind beispielsweise die Absprachen bereits erfolgt, dass die offiziellen Tage nicht am gleichen Wochenende stattfinden und die Ehrengäste in keine Zwickmühle geraten, wo sie sich anmelden sollen. (uhu)

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